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Reisebericht über Karaöz,
Kleinod an der Türkischen
Riviera vom 28.05.08 bis 04.06.08.
Spontan hatten wir, mein Freund und ich uns Ende Mai
entschlossen eine Auszeit zu nehmen, um ein paar Tage Urlaub in der Türkei zu
machen. Wir waren schon ein paar Mal in der Türkei gewesen, hatten bisher immer
Pauschalurlaub gebucht, doch diesmal sollte es etwas anderes sein. Ich hatte
den Wunsch mehr von Land und Leuten kennen zulernen und deshalb wurde bei der
Ankunft in Antalya ein Auto angemietet um die Landschaft zu erkunden.
Den
ersten Tag verbrachten wir in einer Ferienwohnung von Freunden in Antalya. Nachmittags waren wir in der
Innenstadt zum Bummeln und Einkaufen. Am Abend gingen wir in den Karaoglan
parki. Dies ist eine Parkanlage oberhalb der Hafenanlage, die vor allen von Einheimischen
besucht wird. Hier gibt es eine kleine Besonderheit. In der Anlage wird an
Tischen Cay, der türkische Tee getrunken. Dies ist noch nicht außergewöhnlich. Doch
dort wird der Tee serviert aus kleinen Samowaren, die mit Kohle beheizt und zur
Selbstbedienung auf die Tische gestellt werden. Bei Dunkelheit siehst Du auf
allen Tischen die Samoware leuchten.
Dies sieht sehr hübsch aus. Mit unseren
Nachbarn am Nebentisch, die gebrochen der deutschen Sprache mächtig waren,
kamen wir ins Gespräch. Wir erzählten, dass wir planten am nächsten Tag
Richtung Kemer oder Finike zu fahren. Ich erläutere, dass unser Wunsche
bestehe, die ursprüngliche Türkei kennen zulernen und nicht nur dass, was
größtenteils den normalen Touristen vorgestellt wird. Uns wurde Kumluca und
Umgebung empfohlen. Dort sollte es angeblich noch urwüchsige Dörfer und
unberührte Meeresbuchten geben.
Nachdem wir uns am nächsten Tag noch eine
Straßenkarte besorgt hatten fuhren wir mit dem Auto los. Die Fahrt Richtung
Kumluca war unkompliziert. Die Strassen sind schon sehr gut ausgebaut.
Teilweise sogar zweispurig. Die Landschaft ist abwechslungsreich. Anfangs fährt
man die Küstenstrasse am Meer entlang. Dann geht es in die bewaldeten Ausläufer
des Taurusgebirges.
Hinter Kemar bei
Camyuva sieht man rechter Hand den 2365 m hohen Tahtali. Seit dem 16. Juni 2007
kann man mit einer Seilbahn auf den Gipfel des Berges fahren. Die Fahrt mit der
Seilbahn kostet ca. 23,50 Euro pro Erwachsene, für Kinder ab 7 Jahren die
Hälfte, kleinere Kinder fahren umsonst mit. Dies ist zwar nicht gerade billig, doch der Ausblick von der
Dachterrasse der Bergstation auf das 360-Grad-Panorama mit den Dreitausendern
im Hinterland ist atemberaubend und das Geld wert.
Kumluca ist eine typische türkische Kleinstadt. Wir
empfehlen den Besuch des Basars und Gemüsemarkt. Hier kann man noch ungestörtes
das Treiben der Landbevölkerung beobachten. Kumluca wird auch die „Hauptstadt“
des Gemüses genannt. Rund um Kumluca glitzert die Landschaft silbern in der
Sonne. Dies sind tausende von Treibhäusern, in denen das Gemüse gezogen wird.
Von Kumluca fuhren wir weiter zur Küste Richtung Beykomak/Mavikent um das Meer
zu sehen.
In Mavikent gibt es kilometerlange einsame Strände auf denen nur
Kinder mit Hunde spielten. Eine schon etwas altersschwache Ferienhaussiedlung,
aus Holz gebaut und auf Stelzen stehend – erinnerte mich irgendwie entfernt an
russische Datschas im Pagoden-Stil – steht direkt am Strand nur ein paar Meter
vom Meer entfernt.
Hier haben sich die Einheimischen schon vor Jahren ihre
kleinen Urlaubsdomizile erbaut. Genau dort stand ein Anhalter auf der Straße.
Nachdem wir angehalten hatten und er ins Auto eingestiegen war, stellte sich
heraus, dass er aus Freiburg stammt, seine Ferienwohnung in Cirali bei Olympos
steht und er zu Fuß und per Anhalter eine „Wanderung“ nach Kumluca unternommen
hatte.
Er war auf dem Heimweg und seine Füße taten verständlicherweise schon
weh. Er erzähle uns, dass nur ca. 10 Kilometer von Mavikent entfernt es einen
kleinen traumhaft schönen Ort mit verwunschenen Buchten gäbe, namens „Karaöz“.
Wir waren gleich Feuer und Flamme. Allein die Fahrt dorthin war schon
sehenswert.
Eine einsame Bucht mit kleinen Sandstränden eingefasst von Zedernwäldchen
reihte sich aneinander. Nachdem man schon der Meinung war, eine Steigerung kann
es nicht mehr geben, fährt man um eine Kurve und der Blick fällt auf „Karaöz “.
Ein kleiner Ort, eingebettet wie eine Perle in einer Bucht am Gestade des
blauen Meeres, umrahmt von hohen Bergen. Man hat das Gefühl die Zeit ist
stehengeblieben. Dieser Ort strahlt eine Ruhe aus, die zum Verweilen einlädt.
Dieser Einladung konnten wir uns nicht entziehen. Gleich am Ortseingang fiel
unser Blick auf ein Schild „Gürkans Gästehaus – Ferienwohnungen zu vermieten“ –
in Deutsch! Der Aufforderung sind wir nachgekommen. Das Gästehaus war erst drei
Wochen vorher eröffnet worden und stellte sich als sehr hübsches Ferienhaus mit
direktem Meerblick, großem Garten und 4 Wohnungseinheiten heraus. Der Besitzer
des Hauses „Herr Eken Gürkan“ zollte der einmaligen Atmosphäre des Ortes in der
Form seinen Tribut , indem er alle Wohnungen nach den Farben der Elemente
eingerichtet hatte. Es gibt eine Feuer-, Luft-, Wasser- und Erdwohnung. Wir
bekamen die Feuerwohnung in orange gehalten mit 2 Schlafräumen, Bad und großem
Wohnzimmer mit 2 Balkonen.
Das Beste war jedoch der Blick aus dem Wohnzimmer
auf das Meer. Wenn abends die Sonne unterging schwebte die Sonne wie ein großer
Feuerball am Horizont und sandte ihre letzten Strahlen direkt in die Bucht von
Karaöz. Dieser Ort hat wirklich etwas Magisches. Man kommt innerlich zur Ruhe,
entwickelt eine innere Besinnlichkeit und fühlt sich mit sich und der Welt im
Einklang. Das Baden im klaren Wasser des Meeres an einem Strand, den man nur
mit ein paar Besitzern von Ferienhäusern teilen muss, ist wunderbar. Man schaut
auf den Ort mit der kleinen Moschee, auf die bläulich schimmernden Berge, das
glitzernde Wasser und hört nur ein paar Möwen schreien.
Zum Wandern und
Alleinsein laden die vielen kleinen Buchten und Zedernwälder in der Umgebung
ein. Ganz in der Nähe befindet sich eine „Piratenbucht“. Hier sollen
tatsächlich vor Urzeiten Piraten ihren Unterschlupf gehabt haben. Davon zeugen
noch Steinfragmente einer Festungsanlage. Jeder ist aufgefordert, dort nach verstecktem
Piratengold zu suchen. Hier kann man auch ganz prima picknicken. Die
Einheimischen nutzen vor allem am Wochenende diese Örtlichkeiten.
Wer Lust hat,
kann auch einen Bootstour zu den vorgelagerten Inseln unternehmen. Restaurants
im eigentlichen Sinne gibt es nur eines direkt am Strand von Karaöz. Wird
vornehmlich von der einheimischen Bevölkerung als Teestube genutzt. Wir hatten
das Glück, dass die Belegung unserer Unterkunft Frühstück mit beinhaltete und
wir außerdem das Angebot der Vollverpflegung durch unseren Gastgeber angenommen
hatten. Die Preisvorstellungen hielten sich auch im moderaten Rahmen und so
kamen wir in den Genuss echter türkischer Küche.
Im Außenbereich unseres
Ferienhauses stehen ein gemauerter Grill und ein Backofen in dem gegrillt oder
das leckere Gösleme gebacken wurde. Ein Genuss, das Essen im blühenden Garten
in der Abenddämmerung mit Blick aufs Meer zu genießen. Die Tage vergingen wie
im Fluge, man wollte sie festhalten. Doch leider hat alles irgendwann ein Ende.
Eins habe ich mir aber versprochen. Hier war ich nicht das letzte Mal. Ich bin
froh, dass es in unserer hektischen Welt noch ein solches Refugium der Ruhe und
Besinnung gibt. Das Motto, welches ich in ihrer Web-Site über Karaöz gelesen
habe kann ich nur bestätigen: „Sprich nur ganz leise darüber“ damit der Zauber
nicht so schnell verfliegt!
P.S. Trotzdem, ich habe es versprochen, wenn der geneigte
Leser sich auch verzaubern lassen möchte, dann sollte er sich www.Gurkansgastehaus.com ansehen.
Ihre Reiseberichterstatterin Sabine Meyer
Fotos von Karaöz auf den nächsten Seiten
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