|
Türkisches Schulsystem
Das Türkische Bildungssystem
Die gesetzliche Schulpflicht wurde in der letzten Erziehungsreform 1997 von 5 auf 8 Jahre erhöht. Nach dieser Zeit findet ein Übergang in die vierjährige Sekundarstufe II statt, in der seit 2004/2005 alle Schüler eine zweite Fremdsprache wählen müssen.
Von der Gesamtbevölkerung der Türkei sind ca. 25 % im schulpflichtigen Alter. Das Schulsystem ist auch von der wirtschaftlichen Kluft zwischen dem Osten und dem entwickelteren Westen der Türkei betroffen. So ist es im Osten keine Ausnahme, dass Schulklassen mit mehr als 50 Schülern pro Klasse bestehen.
Aufgrund mangelnder Finanzierung und der hohen Zahl an schulpflichtigen
Kindern gibt es im Schulwesen weitere erhebliche Defizite, die die
Türkei als Ganzes betreffen.
So ist es in der Türkei aufgrund fehlender staatlicher, finanzieller
Mittel üblich, dass Eltern erhebliche Zahlungen zur Unterstützung der
Schulen aufbringen müssen. Diese Probleme tragen dazu bei, dass das
türkische Bildungssystem von dem Ziel der 100% Einschulquote noch
entfernt ist. Besonders die Mädchen werden laut einer Weltbank Studie
nicht eingeschult. Aktuell wird liegt die generelle Einschulquote bei
93% aller schulpflichtigen Kindern, davon sind 600.000 schulpflichtige
Mädchen sind nicht eingeschult.
Der Analphabetismus in der Türkei wurde im Jahre 2000 bei 6 % der Männer und 18 % der Frauen festgestellt.
Für manche wird es interessant zu lesen sein, dass an den türkischen
Schulen und Hochschulen absolutes Kopftuchverbot herrscht. Dies
betrifft sowohl die Schüler/Studenten als auch die Lehrkräfte. Verstöße
gegen dieses Verbot werden im Bedarfsfall auch mit Polizeigewalt
durchgesetzt, was in den letzten Jahren Thema hitziger Debatten gewesen
ist.
Begründet ist dieses Verbot im Selbstverständnis der Türkei als laizistischen Staat, der keine religiösen Präferenzen hat.
Hochschulen
Seit 1981 sind die 53 staatlichen Hochschulen und die 24 staatlich
anerkannten privaten Stiftungsuniversitäten dem türkischen Hochschulrat
(YÖK). Von allen Schulabgängern eines Jahrganges entscheiden sich 28%
für eine weiterführende Hochschulausbildung, was knapp 2 Millionen
Studenten entspricht.
Unterrichtet und betreut werden diese von ca. 77.100 Lehrkräften..
Zu den Aufgaben des Hochschulrates YÖK gehört, die Regelung des Zugangs
zu den Hochschulen, die Erarbeitung von Plänen zur Eröffnung neuer
Hochschulen, die Koordination der Finanzen, des Personalplanes und auch
der Lehrinhalte. Das Ergebnis einer jährlichen Aufnahmeprüfung ist für
die Wahl der Hochschule und das Studienfach entscheidend. Diese
Aufnahmeprüfung wird durch die "Türkische Zentralstelle für
Studentenvermittlung", die dem YÖK unterstellt ist, durchgeführt.
Die mageren finanziellen Mittel des Bildungssystems sind auch für die
schlechte Finanzierung der Hochschulen verantwortlich. Die privaten
Universitäten lassen sich das Studiumsangebot mit Gebühren zwischen
4.000 und 10.000 Euro jährlich vergüten.
Der Hauptanteil der ca. 17.000 ausländischen Studenten setzt sich aus
Bürgern der zentralasiatischen Turk-Staaten zusammen. Grundsätzlich
besteht die Möglichkeit auf eine Förderung des Studiums durch eine
Kreditaufnahme und das Leben in Studentenwohnheimen.
|