|
Seite 5 von 9
Obwohl in der Türkei die Industrialisierung weit fortgeschritten ist,
liegt sie bezüglich den Gesundheitsindikatoren im internationalen
Vergleich nur im hinteren Mittelfeld.
Sowohl staatliche als auch nichtstaatliche Organisationen und
Institutionen bieten in der Türkei medizinische Dienstleistungen an.
Die ungleiche Verteilung des Gesundheitspersonals in den verschiedenen
Landesteilen ist ein grosses Problem. Dieses kann auch durch die
Verpflichtung der MedizinerInnen, für ein Jahr im Südosten zu arbeiten,
nicht gelöst werden, solange sich die Arbeitsbedingungen, die sich
automatisch auf die Motivation auswirken, nicht verbessern. Die seit November 2002 regierende AKP-Partei verfolgt
im Gesundheitsbereich zwar einige ehrgeizige Pläne, deren Umsetzung
dürfte aber, solange die staatlichen Gesundheitsausgaben nicht erhöht
werden, in Frage gestellt sein.
Die Qualität der medizinischen Versorgung unterscheidet sich stark
zwischen den urbanen und ruralen Regionen und zwischen den westlichen
und südöstlichen Landesteilen.
Hinzu kommt, dass der Zugang zu qualitativ hochstehender medizinischer
Behandlung nur für Menschen möglich ist, welche über die notwendigen
finanziellen Mittel verfügen. Die Grüne Karte ermöglicht zwar die
kostenlose medizinische Behandlung, jedoch ist der Erhalt dieser Karte
mit grossem Aufwand verbunden und nicht immer garantiert.
So bleibt der Zugang zu angemessener, ihren Bedürfnissen entsprechenden
medizinischen Versorgung gerade den besonders verletzlichen Gruppen,
welche finanziell oftmals schlechter gestellt sind, regelmässig
verwehrt.
|